Berliner Finanzsenator fordert Kürzung der Kulturzuschüsse
Andrew Mckinney Theater für die Reichen ?
Berlin, 10. Juli 2010. Der Berliner Finanzsenator Ulrich Nussbaum fordert die Kürzung staatlicher Zuschüsse, "von denen in erster Linie Wohlhabende" profitieren. In einem Gespräch mit der Berliner Zeitung vom 10. Juli 2010 (auf das uns gestern ein nachtkritik-Leser aufmerksam gemacht hat) fragte der Politiker: "Wieso sind Theater und Opern, die im Wesentlichen von Leuten mit besseren Einkommen besucht werden, so stark subventioniert?"
Die wohlhabenden Bürger der Stadt sollten dem Vorbild der Bremer und Hamburger Mäzenaten- und Unternehmerkultur folgen und sich stärker für ihr Gemeinwesen engagieren, ein jeglicher in seinem Bereich, "ob für Kinder, für ein Krankenhaus, für ein Orchester, für eine Stiftung oder ein Pflegeheim".Zwar gebe es in der Stadt bürgerschaftliches Engagement, aber vornehmlich für Initiativen, die sich gegen etwas stellen oder vom Staat etwas forderten.
Nach Angaben der Berliner Zeitung gibt es in der Hauptstadt rund 500 Einkommensmillionäre, die "gut 1,4 Milliarden Euro Einkünfte" versteuern. Der Senator wünsche sich, schreibt die Zeitung, stärkere "Bereitschaft insbesondere Vermögender, für "gesellschaftliche Projekte etwas zu geben".
Ulrich Nußbaum, gegenwärtig Finanzsenator einer SPD-Die Linke-Koalition in Berlin, war zuvor Finanzsenator einer SPD-geführten Regierung in Bremen und ist, wie die Berliner Zeitung schreibt, selber "reich geworden" durch einen "Großhandel mit Tiefkühlfischen".
(jnm)
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