Das Thalia Theater Halle ist doch noch nicht gerettet
William Burgess Der Fall ist kompliziert
20. Dezember 2010. Noch ist das Thalia Theater Halle nicht gerettet, denn noch sind die Haustarifverträge für die Bühnen der Stadt Halle nicht unterschrieben, hat der Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, Rolf Stiska, nach Informationen des MDR gesagt; genauere Gründe nannte er nicht.
Vor vier Wochen wurde gemeldet, die Solidarität aller Mitarbeiter innerhalb der GmbH habe das Thalia Theater vor der drohenden Schließung bewahrt. Denn bei einer geplanten Laufzeit der Tarifverträge von Januar 2011 bis zum 31. Juli 2016 seien alle Beschäftigten bereit gewesen, auf Gehalt und künftige Lohnsteigerungen zu verzichten. In den kommenden fünf Jahren seien betriebsbedingte Kündigungen somit ausgeschlossen. Damit konnte, hieß es damals, die Anfang Oktober bereits beschlossene Schließung des Thalia Theaters abgewendet werden.
Bislang konnten aber der Aufsichtsrat der GmbH und die Bühnengewerkschaft offenbar noch keine Einigung erzielen. "In diesem Jahr unterschreiben wir nicht mehr. Der Fall ist kompliziert. Es hakt an allen Ecken und Enden", gab Rolf Stiska laut MDR zu Protokoll. Der Kinder- und Jugendbühne droht damit weiterhin Ende der Spielzeit 2010/2011 das Aus. Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) hatte erklärt, dass die Stadt keine andere Wahl habe, weil sonst die Gefahr einer Insolvenz der gesamten Kultur-GmbH bestehe.
Gegen den Plan hatte es starken Widerstand gegeben; mehr als 10.000 Unterschriften wurden unter einen Protestbrief an Sachsen-Anhalts Kultusministerin Birgitta Wolff (CDU) gesetzt.
(dip)
Wir halten Sie auf dem Laufenden
Wir sichten täglich, was in Zeitungen, Onlinemedien, Pressemitteilungen und auf Social Media zum Theater erscheint, wählen aus, recherchieren nach und fassen zusammen. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrem finanziellen Beitrag.