nd – Über BIPoC-only*-Theaterabende und den Universalismus der Kunst
Sophia Edwards Essentieller Widerspruch?
13. Oktober 2022. Im nd denkt Erik Zielke über identitätspolitische Praktiken nach, die er im Widerspruch zum Universalismus des Theaters beziehungsweise der Kunst überhaupt sieht.
Anlass ist die Vorgehensweise der Sophiensaele, eine Aufführung ihrer aktuellen Tanzproduktion "Yeye" von Lois Alexander als BIPoC-only*-Veranstaltung anzukündigen; also als Abend ausschließlich für Menschen, die sich selbst als "Black, Indigenous and People of Color" positionieren.
"Jenseits der unklaren Gemengelage, die einen neuen Essenzialismus zur Bedingung eines Theaterbesuchs macht und die gleichzeitig diesen Essenzialismus durch 'Selbstpositionierung' dekonstruieren möchte, wirft diese Praxis an Theatern, die derzeit im Übrigen unter einem beträchtlichen Zuschauerrückgang zu leiden haben, einige Fragen auf", argumentiert Zielke. "Das Theater verspielt seine eigenen Grundlagen, wenn es seinen universalistischen Anspruch aufgibt, und sei es nur für einen Abend."
(nd / cwa)
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